Die Website des Malermeisterbetriebs Goll lief seit sechs Jahren auf DIVI 4 – ohne ein einziges Update. Die Inhalte zeigten handwerkliche Sorgfalt. Die Website selbst nicht.
Responsive Layoutfehler, Treppeneffekte auf Tablet und Mobile, falsche Textausrichtungen, semantisch inkonsistente Überschriften. Dazu eine Pagespeed-Analyse, die das bestätigte, was man schon sehen konnte: 64 Performance, 92 Accessibility, 54 Best Practices, 92 SEO.
Was repariert werden kann – und was nicht
Der erste Schritt war ehrlich: Lässt sich das mit DIVI 4 noch retten?
Um überhaupt noch Änderungen an der Startseite durchführen zu können, musste Divi in den Safe-Mode versetzt werden, d.h. mit einem Klick in den Einstellungen des Themes werden alle anderen Plugins deaktiviert. Eine tolle Funktion…
Drei neue Icons für Außenrenovierung, Bodenbeläge und Fachwerkrenovierung – kein Problem. Hero-Headline überarbeitet. Rechtschreibfehler beseitigt. Abstände und Schriftgrößen auf Mobile korrigiert. Caching-Plugin installiert. Sicherheits-Plugin eingerichtet. Und dann: Wand.
DIVI 4.2 ließ sich nicht ohne erneute Lizensierung und weitere damit verbundene Kosten updaten. Das Theme war technisch an einem Punkt, an dem jede weitere Optimierung an der Oberfläche kratzte. Ein Caching-Plugin ändert nichts daran, wenn das zugrundeliegende Theme strukturell veraltet ist.
Das ist dann wie mit einem Pinsel mit nur noch drei Borsten eine ganze Wand streichen zu wollen. Die Entscheidung für eine vollständige WordPress-Migration von DIVI zu Astra war damit keine Frage des Wollens mehr, sondern des Könnens.
Vorbereitung: Hosting, Backups, Ordnung
Vor jedem Neuaufbau steht Aufräumen.
UpdraftPlus-Backup gesichert, SFTP-Zugang bei IONOS eingerichtet. Die alten PHP-Extended-Support-Pakete (5.2, 7.3, 7.4) wurden gekündigt – das allein spart jetzt 57,48 € im Monat, also 689,76 € im Jahr.

Alte Goll-Dateien einer ersten RAGBIT CMS Version bereinigt. Die Seite existierte noch, war aber mit keiner Domain mehr verknüpft. Eine neue Staging-Umgebung eingerichtet, WordPress-7.0-Kompatibilitätstest durchgeführt. Neue Passwörter für WordPress und IONOS gesetzt.
Keine Schritte, die nach außen sichtbar ist. Aber genau diese Schritte verhindern, dass in sechs weiteren Jahren wieder jemand mit einer Taschenlampe im Keller steht – und es zahlt sich nun jeden Monat aus.
WordPress-Migration von DIVI zu Astra: der eigentliche Umbau
Astra als Basis. Inhalte übernommen, Struktur neu gedacht.
Ein fixierter Layer, der die Möglichkeit bietet eine Lackierkabine zu mieten flog raus. Stört auf dem Smartphone massiv. Ein Farbklecks im Hero erfüllt die gleiche Funktion und passt thematisch sogar noch besser.
Das Leistungen-Grid wurde korrekt aufgebaut. Unterseiten bekamen semantisch konsistente Überschriften-Hierarchien. Texte wurden auf allen Breakpoints ausgerichtet – kein Treppeneffekt mehr auf Tablet, keine abgeschnittenen Abstände auf Mobile. Trennstriche langer Headlines geregelt. Anzeigebreiten der Unterseiten vereinheitlicht.
Ein schnöder roter Balken, der Headlines den nötigen Halt bot, wandelte sich zu einem Pinslstrich. Nicht als PNG, sonden als schlankes SVG.
Das Kontaktformular bekam eine funktionierende Absender-E-Mail. Damit Anfragen über das Kontaktformular wieder ankommen. Ein Spam-Filter, Security-Plugin und Security Headers wurden sauber konfiguriert. W3 Total Cache eingerichtet. CSS-Tweaks für Farbfächer und Grid-Abstände nach einem gemeinsamen Review-Meeting umgesetzt.
Das ist der Teil, für den man Astra als DIVI-Alternative kennen muss – nicht als schlechtere Version, sondern als anderes Werkzeug für andere Anforderungen. Zudem können mit dem Gutenberg-Editor Inhalte jetzt direkt bearbeitet werden, ohne sich vorher noch durch Divi-Container klicken zu müssen.
Ergebnis
Nach der Pagespeed-Optimierung und dem Live-Gang:
| vorher (DIVI) | nachher (Astra) | |
|---|---|---|
| Performance | 64 | 97 |
| Accessibility | 92 | 100 |
| Best Practices | 54 | 96 |
| SEO | 92 | 100 |
Eine Website, deren Inhalte jetzt so aussehen wie die Arbeit dahinter.
Website von Malermeisterbetrieb Goll ansehenHäufige Fragen zur WordPress-Migration von DIVI zu Astra
Kann man eine alte DIVI-Website zu Astra migrieren, ohne alles neu zu bauen?
Nein – nicht sinnvoll. DIVI speichert Inhalte in proprietären Shortcodes, die außerhalb des DIVI-Editors unbrauchbar sind. Eine Migration bedeutet, Inhalte zu übernehmen und die Struktur neu aufzubauen. Das ist kein Fehler, sondern der Grund, warum das Ergebnis deutlich besser wird.
Warum ist DIVI so langsam?
DIVI lädt unabhängig vom tatsächlichen Seiteninhalt ein umfangreiches Framework aus CSS und JavaScript. Dieses Overhead-Prinzip lässt sich durch Caching-Plugins nur begrenzt kompensieren – besonders bei veralteten Versionen, die nicht mehr aktualisierbar sind.
Welche Pagespeed-Werte sind mit Astra realistisch?
In diesem Projekt: Performance 97, Accessibility 100, Best Practices 96, SEO 100 – gemessen mit Google PageSpeed Insights nach Migration von DIVI 4.2. Ausgangswerte: 64 / 92 / 54 / 92.
Was kosten veraltete PHP-Extended-Support-Pakete bei IONOS?
In diesem Fall liefen drei nicht mehr benötigte PHP-Pakete (5.2, 7.3, 7.4) parallel weiter – monatliche Zusatzkosten: 57,48 €. Jahreskosten: 689,76 €. Die Kündigung war Teil der Migrationsvorbereitungen.
Lohnt sich ein Website-Relaunch für einen kleinen Handwerksbetrieb?
Wenn die laufenden Hostingkosten durch überflüssige Pakete erhöht sind und die Website gleichzeitig technische Mängel aufweist, kann ein Relaunch die Investition bereits durch Kostensenkungen teilweise refinanzieren – unabhängig vom Mehrwert durch bessere Performance und Darstellung.


